IQTIG sucht Expertinnen und Experten zur Entwicklung und Anwendung eines Konzepts zur Identifizierung von Qualitätsdefiziten und Verbesserungspotenzialen

Der G-BA hat das IQTIG mit der Entwicklung und Anwendung eines Konzepts zur kontinuierlichen und systematischen Identifizierung von relevanten Qualitätsdefiziten und Verbesserungspotenzialen beauftragt. Hierzu werden Expertinnen & Experten gesucht.

Bericht zur QS-Tagung „Medizinische Qualitätssicherung in MV“ 2024

Greifswald, den 17. Januar 2024. Zur Förderung der medizinischen Qualität in Mecklenburg-Vorpommern hatte die LQMV Ärzte*innen und Vertreter*innen von Krankenhäusern, Fachkommissionen, Sozialministerium, Kassenärztlicher Vereinigung und Patientenvertretungen zu einer gemeinsamen Fachtagung eingeladen. Eröffnet wurde die Tagung durch Frau Dr. Kristin Wenzel, Mitglied des Lenkungsgremiums der LQMV. Sie dankte allen Verfahrensbeteiligten für ihren Einsatz, um die Qualität stetig zu verbessern, und verwies auf die 7. Stellungnahme der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung. Hier werde deutlich, dass die Qualitätssicherung zu einer bürokratieärmeren und effizienteren Umsetzung weiterentwickelt werden soll.

Aktuell befinden sich die Verfahren der datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung in der Weiterentwicklung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat hiermit das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) beauftragt, so der Institutsleiter, Herr Prof. Claus-Dieter Heidecke. In seinem Vortrag stellte er die erst kürzlich veröffentlichten Empfehlungen für die Weiterentwicklung der QS-Verfahren Perkutane Koronarintervention und Koronarangiographie (QS PCI), Versorgung mit Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren (QS HSMDEF) und Knieendo-prothesenversorgung (QS KEP) vor. So sollen die Qualitätsindikatoren so konzipiert werden, dass auch Handlungsanschlüsse definiert werden, die sich aus den Ergebnissen ableiten. Dies war bisher nicht so. Weiterhin führte er aus, dass zukünftig nicht nur der Fokus darauf liegt, die Qualität bei einem festgestellten Defizit in einem Versorgungsbereich oder bei einer Leistung zu sichern, sondern dass auch das Monitoring über Sozialdaten mehr an Gewicht bekommen soll. So können Qualitätsergebnisse aufwandsarm über Abrechnungsdaten monitort werden. Deutlich wurde auch, dass Qualitätsindikatoren nur dann zur Anwendung kommen sollen, wenn sie bestimmte Gütekriterien erfüllen.

Einem bestehenden und sehr diskutablen Indikator widmete sich Frau Wiebke Duwe, leitende Ärztin der Geburtshilfe am Helios Hanseklinikum Stralsund und Mitglied der Fachkommission für Gynäkologische Operationen und Mammachirurgie in Mecklenburg-Vorpommern. In ihrem Vortrag beschrieb sie sehr anschaulich die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Häufigkeit von Kaiserschnittgeburten. Die WHO empfiehlt eine Kaiserschnittrate von 15 Prozent als vertretbar. Das diese nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch im Bundesschnitt bei über 30 Prozent liegt, sei nicht verwunderlich, so Duwe. Denn letztendlich sind es oft relative Indikationen, die zum Kaiserschnitt führen. Daher ist insbesondere im Vorfeld eine partizipative Entscheidungsfindung für oder gegen einen Kaiserschnitt von großer Bedeutung.

Zunehmend an Bedeutung gewinnen auch die Patientenbefragungen als Instrument der Qualitätssicherung. Hierbei geht es darum, dass die Patient*innen im Nachgang zu ihrer Behandlung von einer unabhängigen Stelle befragt werden. Für QS PCI liegen die ersten Ergebnisse aus der Patientenbefragung vor. Wenngleich diese auch nur ein halbes Jahr umfassen, so lassen sich doch bereits jetzt erste Erkenntnisse ableiten, resümierte Herr Dr. Bernd Westphal, Oberarzt der Herzchirurgie am Klinikum Karlsburg und Vorsitzender der Fachkommission Kardiologie in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Rücklauf von über 50 Prozent bei den versendeten Fragenbögen zeigt ein sehr großes Interesse bei den Patient*innen. Allerdings seien die Fragebögen mit über 60 Fragen und der Beschreibung von fünf Behandlungssituationen durchaus anspruchsvoll, was von den anwesenden Patienten-vertretern bekräftigt wurde. Generell zeigen sich bundes- wie landesweit ähnliche Ergebnisse, wenngleich diese noch nicht repräsentativ seien. Nach einer ersten vorsichtigen Einschätzung von Westphal lasse sich aber erahnen, wo Verbesserungen in der Behandlung der Patient*innen notwendig sind.

Solche Verbesserungspotentiale lassen sich aktuell für die Dialyse-Patient*innen in Mecklenburg-Vorpommern nur schwer erkennen. Mit Bedauern musste Frau Heike Kröger vom Nierenzentrum Neubrandenburg und Vorsitzende der Fachkommission Dialyse in Mecklenburg-Vorpommern feststellen, dass die Übernahme des ambulanten QS-Verfahrens durch das IQTIG suboptimal gelaufen ist. Die Dialyseeinrichtungen würden auch weiterhin größtenteils die gleichen QS-Daten wie vorher dokumentieren, aber die invalide Datengrundlage lasse keine Qualitätssicherungsmaßnahmen zu. Aktuell gibt es 24 Dialyseeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern, die bei steigenden Kosten kein Verständnis dafür hätten, Qualitätssicherung ohne „echten“ Nutzen betreiben zu müssen. Die intrinsische Motivation der Leistungserbringer schwinde mit jedem Jahr zunehmend. Qualitätssicherung müsse wieder dazu beitragen, das eigentliche Ziel der Dialyse, das Überleben des Patienten, zu fördern, so Kröger abschließend.

Den Abschluss der Tagung übernahm Frau Sandra Schulz, Referentin bei der LQMV. Sie stellte in ihrem Vortrag die Änderungen in den QS-Verfahren ab 2024 vor und hob wichtige Fristen sowie Sanktionen bei der Datenübermittlung hervor. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Teilnehmer den Entwicklungsstand weiterer vom G-BA beauftragter QS-Verfahren, wie z.B. ambulante Psychotherapie, Sepsis oder Schizophrenie.

Tagung „Medizinische Qualitätssicherung in M-V“

Die LQMV e.V. führt am 22. Januar 2025 die Tagung "Medizinische Qualitätssicherung in M-V" durch.

Datum
22.01.2025
Veranstaltungsort
Hotel Sportforum
Kopernikusstraße 17 a
18057 Rostock
Anmeldung bis
31.12.2024

DeQS-RL: Beauftragung zur Erstellung einer Sozialdatenspezifikation für QS KEP

Der Unterausschuss Qualitätssicherung hat für den G-BA am 6. Dezember 2023 das IQTIG mit der Erstellung einer Sozialdatenspezifikation für das QS-Verfahren Knieendoprothesenversorgung (QS KEP) gemäß DeQS-RL beauftragt.

QS-Verfahren AB-Z: Beauftragung zur Fertigstellung der Spezifikation

Der Unterausschuss Qualitätssicherung hat für den G-BA am 6. Dezember 2023 das IQTIG mit der Fertigstellung der Spezifikation für ein QS-Verfahren zur systemischen Antibiotikatherapie im Rahmen der konservierend chirurgischen und parodontalen Behandlung (QS AB-Z) beauftragt.

QS-Verfahren PNEU: Veröffentlichung der COVID-19-Sonderanalyse zum Erfassungsjahr 2021

Der G-BA hat beschlossen, den Bericht des IQTIG über die COVID-19-Sonderanalyse im QS-Verfahren „Ambulant erworbene Pneumonie (PNEU)“ freizugeben.

DeQS-RL: Neues QS-Verfahren „Ambulante Psychotherapie“ wird erprobt

Der G-BA hat am 18. Januar 2024 beschlossen, das „Verfahren 16: ambulante psychotherapeutische Versorgung gesetzlich Krankenversicherter (QS ambulante Psychotherapie) neu in die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) aufzunehmen.

Veröffentlichung von Spezifikationen für 2024 durch das IQTIG

Wir informieren Sie über die Bereitstellung von Spezifikationen für 2024 auf der Webseite des IQTIG.

DeQS-RL: Hinweis zur fallbezogenen und einrichtungsbezogenen QS-Dokumentation bei QS WI

Das IQTIG teilt mit, dass die Ausfüllhinweise der QS-Dokumentationsbögen im Verfahren „Vermeidung nosokomialer Wundinfektionen – postoperative Wundinfektionen“ (QS WI) teils Links beinhalten, die aktuell nicht ordnungsgemäß funktionieren. Es wurden daher Begleitdokumente zur Verfügung gestellt.

plan. QI-RL: Änderungen der Richtlinie zum Erfassungsjahr 2024

Der G-BA hat Änderungen der Richtlinie zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (plan. QI-RL) und Änderungen der Liste für planungsrelevante Qualitätsindikatoren zum Erfassungsjahr 2024 beschlossen.